Stranger in the Garden

Über Isa

DAUGHTER OF THE LAND

Zwischen Moos, Mythos und dem ganz normalen Wahnsinn

Ich glaube nicht, dass die Welt aus Dingen besteht.

Ich glaube, sie besteht aus Beziehungen.

Zwischen Menschen und Tieren. Zwischen einem Haus und den Geschichten, die sich in seinen Wänden sammeln. Zwischen einem Stück Holz und der Gestalt, die darin vielleicht schon eine ganze Weile wartet. Zwischen uns und einer Landschaft, die nicht bloß hübsche Kulisse für unsere Selbstfindung ist.

Und möglicherweise auch zwischen uns und diesem einen Drucker, der sehr genau spürt, wann wir es eilig haben.

Meine Arbeit bewegt sich an diesen Beziehungen entlang. Zwischen Animismus, schamanischer Praxis, Naturerfahrung, Mythologie, Sprache und der Frage, was geschieht, wenn wir der Welt wieder als einem Gegenüber begegnen.

Nicht alles muss sofort gedeutet werden. Nicht jeder Rabe überbringt eine Botschaft, und manchmal ist ein umgestürzter Baum tatsächlich nur ein umgestürzter Baum. Aber vielleicht verdient auch er, dass wir einen Augenblick stehen bleiben.

Mein Weg

Ich befinde mich in einer schamanischen Ausbildung bei Heiko von „SCHAMANISCHE AUGENBLICKE“. Heiko ist Teacher beim Schamanismus e. V., mit dessen Arbeit ich mich seit Langem eng verbunden fühle. Auch bei Olaf Bernhardt habe ich dort zahlreiche Seminare besucht. Ich habe gelernt, gefragt, gezweifelt, erfahren und vermutlich gelegentlich etwas länger über eine Trommelreise nachgedacht, als gesellschaftlich unbedingt erforderlich gewesen wäre.
Und ich verspreche, dass mein innerer Zweifelbert grundsätzlich irgendwo hinten im Raum sitzt, die Arme verschränkt und auf methodische Schwächen wartet. Aber er hat aufgehört mir diese Arbeit wegzunehmen. Denn mit den Spirits zu leben bedeutet für mich, dass die Welt ein bisschen weniger stumm ist. Orte, Tiere, Pflanzen, Begegnungen, alles kann wieder Beziehung werden.
Ich glaube es ist das Empfinden, nicht in einer vollkommen leeren Welt zu leben.

Diese Ausbildung ist für mich kein Sammeln exotischer Techniken. Sie ist vor allem eine Schule der Wahrnehmung und der Beziehung. Zuhören, bevor man erklärt. Fragen, bevor man deutet. Und ernst nehmen, dass eine Begegnung nicht erst dann wirklich ist, wenn sie sich vermessen, abheften oder in einer Excel-Tabelle mit „Spiritkontakt, erfolgreich“ markieren lässt.

Parallel dazu habe ich eine Hypnoseausbildung absolviert. Viele ihrer Methoden haben erstaunliche Berührungspunkte mit schamanischen Praktiken. Veränderte Bewusstseinszustände, innere Bilder, symbolische Räume und die Begegnung mit Anteilen oder Gestalten, die sich unserer üblichen Alltagssprache entziehen.

Die Hypnoseausbildung gibt mir einen zusätzlichen, fundierten Rahmen, um Menschen sicher durch geführte innere Reisen zu begleiten. Dabei verbinde ich nicht einfach zwei Methoden miteinander, weil mehr bekanntlich immer mehr hilft. Ich nutze das, was der jeweiligen Begegnung dient. Aufmerksam, verantwortungsvoll und ohne einem Menschen vorzuschreiben, was er sehen, fühlen oder glauben soll.

Animismus als Haltung

Animismus bedeutet für mich nicht, überall heimlich kleine Menschen hineinzudenken.

Es geht nicht unbedingt darum, in jedem Stein einer Persönlichkeit zu begegnen oder den Holunder ungefragt zum spirituellen Lebensberater zu ernennen. Es geht um eine andere Haltung zur Welt. Was geschieht, wenn Natur nicht nur Ressource ist? Wenn Tiere nicht aus Eigenschaften bestehen, die wir für unsere Persönlichkeitsentwicklung gebrauchen können? Wenn ein Ort nicht leer ist, nur weil wir seine Bewohner nicht sehen?

Mich interessiert die Beziehung vor der Bedeutung.

Darum frage ich nicht zuerst: „Wofür steht der Fuchs?“

Ich frage: „Wer ist dieser Fuchs und was geschieht zwischen uns?“

Diese Haltung prägt meine schamanische Arbeit ebenso wie meine Beschäftigung mit Pflanzen, Tieren, Mythen und alten Wörtern. Sprache verrät viel darüber, wie wir die Welt betrachten. Manchmal muss man ein Wort nur lange genug umdrehen, bis darunter ein vergessenes Weltbild hervorschaut, sicher leicht zerknittert, aber noch erstaunlich lebendig.

Krafttierbegegnungen

In einer geführten Krafttierbegegnung reisen wir gemeinsam in deinen inneren schamanischen Erfahrungsraum. Dort begegnen wir nicht einem Tier, das ich für dich auswähle oder anhand deiner Charaktereigenschaften errate. Es begegnet dir, ich begleite dich nur bis zu einem gewissen Punkt.

Du bekommst also nicht automatisch den Wolf, nur weil du freiheitsliebend bist. Wölfe haben schließlich auch noch anderes zu tun.

Ich begleite dich dabei, deinem eigenen Krafttier zu begegnen, Kontakt aufzunehmen und herauszufinden, wie sich diese Beziehung für dich anfühlt. Meine Aufgabe ist es, den Raum zu halten, Orientierung zu geben und dich sicher durch die Reise zu führen. Die Begegnung selbst gehört dir.

Ein Krafttier ist für mich kein dekoratives Persönlichkeitsetikett und keine spirituelle Version eines Online-Tests. Es ist ein Gegenüber. Eine Beziehung, die wachsen, überraschen, widersprechen und sich vertiefen kann. Und man sollte nicht unterschätzen, wie wichtig so ein Krafttier in deinem täglichen Leben sein kann um auch Krisen zu überstehen.

Figuren für Krankheit, Schutz und Wandlung

Ich schnitze von Hand rituelle Figuren für besondere Aufgaben.

Manche Figuren entstehen, um symbolisch Krankheit, Belastung oder etwas Schweres aufzunehmen. Sie dienen als Gefäß innerhalb eines persönlichen Rituals. Etwas, das bisher unsichtbar im eigenen Leben getragen wurde, erhält eine Gestalt, einen Ort und schließlich die Möglichkeit zur Wandlung oder Rückgabe.

Jede dieser Figuren wird individuell gefertigt. Zu ihr gehört eine Anleitung für ein Ritual, mit dem du bewusst und in deinem eigenen Tempo mit ihr arbeiten kannst.

Daneben entstehen Wächterfiguren für Wohnungen, Häuser und andere Orte. Diese Figuren werden für ihre Aufgabe vorbereitet und tragen einen Wächterspirit in sich. Sie sollen nicht einfach nur freundlich auf einem Regal stehen und ein wenig geheimnisvoll aussehen. Obwohl ihnen das erfahrungsgemäß ebenfalls gelingt.

Eine Wächterfigur braucht einen guten Platz, eine klare Beziehung und einen bewussten Umgang. Deshalb erhältst du auch hierfür Hinweise, wie du sie willkommen heißt, ihr ihre Aufgabe übergibst und die Verbindung mit ihr pflegst.

Seminare und gemeinsame Arbeit

Gemeinsam mit Heiko gestalte ich eher im Hintergrund schamanische Seminare mit.

Dabei geht es nicht um fertige Antworten oder spirituelle Inszenierung. Im Mittelpunkt stehen eigene Erfahrung, unmittelbare Begegnung und eine Praxis, die nicht an der Tür endet, sobald die Trommel verstummt.

Wir arbeiten unter anderem mit schamanischen Reisen, Naturbegegnungen, Ritualen, Wahrnehmungsübungen und der Beziehung zu Orten, Kräften und nichtmenschlichen Gegenübern. Manche Erfahrungen sind tief. Manche leise. Manche zunächst vollkommen rätselhaft. Und gelegentlich verbringt man zwanzig Minuten in einer inneren Landschaft, nur um von einer Kröte ignoriert zu werden.

Aber auch das kann eine sehr klare Antwort sein.

Worum es mir wirklich geht

Ich möchte keine weitere makellose spirituelle Welt erschaffen, in der alle Menschen ständig im Einklang sind, jede Krise eine Botschaft des Universums darstellt und niemand jemals schlechte Laune vor einer Schwitzhütte hat.

Mich interessiert eine Spiritualität, die auch dann trägt, wenn das Leben widersprüchlich, komisch, schmerzhaft oder vollkommen unspektakulär ist.

Eine Praxis, die uns nicht aus der Welt herausführt, sondern tiefer in sie hinein.

Eine Welt, in der wir nicht über allem stehen, sondern mitten darin leben. Ohne Grenzen. Als Verwandte, Nachbarn, Störenfriede, Lernende und gelegentlich als Menschen, die sich bei einem Tisch entschuldigen, nachdem sie sich an ihm gestoßen haben.

Vielleicht ist das seltsam.

Vielleicht ist es aber auch nur eine sehr alte Form von Höflichkeit.